Traveler at airport holding United States passport in hand.

Du weißt vermutlich schon, dass du für internationale Reisen außerhalb des Schengenraums meist einen Reisepass benötigst. Aber was genau hat es mit dem biometrischen Reisepass (auch: ePass) auf sich? Selbst wenn du nicht genau weißt, was das ist: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du bereits einen solchen Pass besitzt. Deutschland gibt regulär biometrische Reisepässe aus, und ältere Pässe ohne Chip (vor 1. November 2007) bleiben bis zu ihrem Ablaufdatum gültig. Hier erfährst du, wie dieser Pass funktioniert und wie du damit sicher in der Welt unterwegs bist.

In diesem Artikel
Was ist ein biometrischer Reisepass?
Woran erkenne ich einen biometrischen Reisepass?
Brauche ich einen biometrischen Reisepass?
Wie funktioniert ein biometrischer Reisepass?
Welche Länder haben einen biometrischen Reisepass?
Wie bekomme ich einen biometrischen Reisepass?
Wird es in Zukunft komplett digitale Reisepässe geben?
Häufig gestellte Fragen zum biometrischen Reisepass

Was ist ein biometrischer Reisepass?

A smiling woman and a young child enjoy reading a book together while waiting in an airport lounge, sharing a moment of happiness together before the flight.

Ein biometrischer Reisepass (auch: ePass) ist ein Reisepass mit einem integrierten Speicherchip, der deine persönlichen Daten enthält. Diese Daten enthalten exakt die gleichen Informationen, die du auch auf der Datenseite deines Reisepasses siehst, einschließlich deines Passfotos.

Welche biometrischen Daten werden im biometrischen Reisepass gespeichert?

Der deutsche ePass speichert das biometrische Lichtbild (Gesichtsbild) und seit dem 1. November 2007 zusätzlich zwei Fingerabdrücke (in der Regel die beiden Zeigefinger). Die Abgabe der Fingerabdrücke ist bei regulärer Passbeantragung vorgeschrieben, Ausnahmen gelten beispielsweise aus medizinischen Gründen. Als erstes biometrisches Merkmal ist dein Passfoto auf dem integrierten Chip gespeichert, so dass deine Identität anhand deiner Gesichtszüge per Gesichtserkennung bestätigt werden kann.

Sind biometrische Reisepässe sicher?

Ja, biometrische Reisepässe sind sicher. ePässe enthalten standardisierte Schutzmechanismen (z. B. kryptographische Signaturen, Public-Key-Infrastruktur, Schutz gegen unautorisierte Auslese / „Skimming“) gemäß ICAO-/MRTD-Standards. Jeder deutsche ePass verfügt über spezielle Sicherheitsmechanismen, die sogenanntes „Skimming“ (eine Form des Datendiebstahls, bei der Betrüger elektronische Geräte verwenden, um sensible Informationen von Karten oder Chips unbemerkt auszulesen) verhindern.

Woran erkenne ich einen biometrischen Reisepass?

A stock photo of a US passport.

Auf allen biometrischen Reisepässen findest du ein einheitliches, internationales Symbol auf dem Einband. Das ICAO-Symbol (kleines Rechteck mit Kreis / „Mikrochip“-Piktogramm) auf dem Deckel signalisiert ein elektronisches Reisepass-Schema (ePassport). Das Symbol zeigt ein horizontales Rechteck mit einem Kreis in der Mitte und ist in Gold unten auf den Einband deines ePasses geprägt. Wenn du auf deinem Reisepass also dieses Symbol siehst, dann weißt du ganz sicher: Es ist ein biometrischer Reisepass.

Brauche ich einen biometrischen Reisepass?

Für die Einreise in die meisten Länder ist es nicht nötig, dass dein Reisepass mit einem Speicherchip ausgestattet ist. (Einen Reisepass brauchst du natürlich trotzdem!) Beachte aber, dass es Ausnahmen gibt, etwa für die Einreise in die Vereinigten Staaten über das Visa Waiver Program: Für die visumfreie Einreise mit ESTA benötigen Reisende einen ePassport (Regel gilt für Pässe, die ab dem 26. Oktober 2006 ausgestellt wurden). Um Probleme beim Reisen zu vermeiden, überprüfe auf jeden Fall immer die Einreisebestimmungen deines Reiseziels. So stellst du sicher, dass du immer mit dem korrekten Ausweisdokument unterwegs bist.

Selbst, wenn ein biometrischer Reisepass nicht zwingend erforderlich ist, kann er dir viele Vorteile verschaffen. Einige internationale Flughäfen verfügen über automatisierte Grenzkontrollsysteme (sogenannte e-Gates). An diesen e-Gates kannst du deinen Reisepass ganz einfach von einem Scanner prüfen lassen, der anhand deiner biometrischen Daten und persönlichen Informationen deine Identität überprüft. Viele Flughäfen/Schengen-Staaten nutzen automatisierte Grenzkontrollen (e-Gates/easyPASS), wobei Nutzung und Zulassung sich nach nationalen Regeln (z. B. Staatsangehörigkeit, Alter) richten. Meist sparst du bei der Einreise damit deutlich Zeit und vermeidest die langen Warteschlangen an der manuellen Passkontrolle durch Grenzbeamte!

Falls du an einem Flughafen mit e-Gates einreist oder umsteigst, achte auf die Beschilderung oder wende dich an das Flughafenteam, um sicherzugehen, dass dein Reisepass mit den e-Gates kompatibel ist. In einigen Ländern stehen die e-Gates exklusiv für Staatsangehörige bestimmter Länder zur Verfügung. Darunter ist oft auch Deutschland – der deutsche biometrische Reisepass gehört zu den stärksten Pässen weltweit.

Wie funktioniert ein biometrischer Reisepass?

Ein biometrischer Reisepass enthält einen elektronischen Speicherchip, der sich meist entweder auf der letzten Dokumentenseite oder (wie beim deutschen ePass) im vorderen Einband befindet. Dieser Chip kann bei der Grenzkontrolle von elektronischen Scannern ausgelesen werden, was in der Regel deutlich schneller geht als die manuelle Prüfung durch einen Grenzbeamten.

Der im Pass integrierte RFID-Chip kann von zugelassenen Lesegeräten ausgelesen werden (Maschinenlesbare Zone + Chipdaten). In Deutschland bleibt das physische Reisedokument bei funktionsunfähigem Chip gültig, allerdings sind Online-Funktionen und automatisierte Kontrollen (z. B. easyPASS / e-Gates) nicht mehr nutzbar.

Welche Länder haben einen biometrischen Reisepass?

A lovely receptionist hands a passport to a traveller while one submits his at the counter.

Laut der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) stellen über 140 Staaten und Entitäten ePässe ausgeben (die Zahl ändert sich laufend). Ob ein Staat zusätzlich weiterhin Pässe ohne Chip ausgibt ist länderspezifisch. In einigen Staaten haben Bürger die Wahl zwischen einem biometrischen Reisepass und einem „normalen“ Pass ohne Chip.

Gibt es den biometrischen Reisepass auch in Deutschland?

Ja, jeder deutsche Reisepass ist automatisch ein biometrischer Reisepass, also ein ePass. Einzige Ausnahme: Aus Zeitgründen oder bei Verlust im Ausland wird ein vorläufiger Reisepass ausgestellt, alternativ auch ein Reiseausweis als Passersatz (der nur für die einmalige Heimreise gilt und bei der Einreise abgegeben werden muss). Im Ausland sind dafür die deutschen Botschaften und Konsulate zuständig. Da diese Pässe besonders schnell ausgestellt werden müssen, sind sie reine Papierpässe, enthalten keinen Chip und sind nicht als ePass nutzbar.

Seit wann gibt es den biometrischen Reisepass in Deutschland?

Deutschland stellt seit 2005 biometrische Reisepässe aus. Seit 2007 werden als zusätzliches Sicherheitsmerkmal auch zwei Fingerabdrücke auf dem integrierten Chip gespeichert. Da der deutsche Reisepass eine Gültigkeitsdauer von 10 Jahren hat (6 Jahre für Bürger unter 24 Jahren), bedeutet das, dass alle derzeit gültigen deutschen Reisepässe automatisch ePässe sind (mit Ausnahme von vorläufigen Reisepässen und Reiseausweisen als Passersatz).

Wie bekomme ich einen biometrischen Reisepass?

In Deutschland ist jeder ausgestellte Reisepass automatisch ein biometrischer Reisepass (auch: ePass). Durchlaufe einfach den standardmäßigen Passantragsprozess, und dir wird ein biometrischer Reisepass ausgestellt.

Wird es in Zukunft komplett digitale Reisepässe geben?

Vieles spricht dafür, dass die Zukunft des internationalen Reisens tatsächlich digital sein könnte. ICAO und die EU sowie mehrere Staaten und Flughäfen führen Pilotprojekte zu Digital Travel Credentials (DTC) / digitalen Identitätslösungen durch. Einige Länder testen bereits die Nutzung digitaler Dokumente, bei denen Reisende keinen physischen Pass mehr benötigen. Stattdessen werden die persönlichen Daten mit dem eigenen Smartphone oder sogar mit dem eigenen Gesicht verknüpft (per Gesichtserkennung).

Auch wenn wir in Zukunft unsere Reisedokumente vermutlich digital mitführen, wird es noch einige Zeit dauern, bis diese Technologie global etabliert ist. Vollständiger Ersatz des physischen Reisepasses ist derzeit noch nicht international vereinbart, laufende Pilot- und Implementierungsprojekte sollen die Voraussetzungen schaffen. Bis dahin gilt: Der praktischste Reisebegleiter ist dein biometrischer Reisepass!

Häufig gestellte Fragen zum biometrischen Reisepass

Wenn dein Reisepass nicht den Anforderungen für das Visa Waiver Program (ESTA) entspricht, kannst du nicht visumfrei in die USA einreisen. Du hast zwei Optionen: 1) beantrage einen regulären biometrischen Reisepass (ePass) und dann eine neue ESTA-Anmeldung, oder 2) beantrage ein Visum (z. B. B-1/B-2) bei der US-Botschaft. Beides dauert Zeit, plane also frühzeitig.

Ja: Für die visumfreie Einreise mit ESTA benötigen auch Kinder einen regulären biometrischen Reisepass. Ein Kinderreisepass oder ein vorläufiger Papierpass ist für ESTA nicht zulässig, sonst ist ein US-Visum nötig.

Melde den Verlust sofort der örtlichen Polizei und kontaktiere die zuständige deutsche Botschaft oder das Konsulat. Dort kannst du meist einen „Reiseausweis als Passersatz“ (RAP) oder ein vorläufiges Reisedokument bekommen. Plane zusätzliche Zeit für Formalitäten und ggf. neue Visa/ESTA.

Die Gebühren variieren je nach Altersgruppe, Seitenanzahl und Express-Option. Typische Richtwerte sind z. B. 70,00 € für einen Pass (32 Seiten) ab 24 Jahren und 37,50 € für jüngere Antragstellende. Checke die aktuellen Gebühren beim zuständigen Bürgeramt oder auf der Website deines Bundeslandes, da sich Preise ändern können.

In der Regel muss dein Reisepass bei Einreise noch mindestens 6 Monate über das geplante Ausreisedatum hinaus gültig sein. Manche Staaten haben abweichende Regeln, prüfe deshalb vor jeder Reise die aktuellen Einreisebestimmungen der USA oder deiner Fluggesellschaft.

Nein, sobald du einen Reisepass als verloren oder gestohlen gemeldet hast, darfst du ihn nicht mehr benutzen. Etwaige darin enthaltene Visa gelten danach in der Regel nicht mehr und müssen neu beantragt werden.

Über die*den Autor*in

Author Stefanie Waldek
Stefanie WaldekStefanie Waldek ist freiberufliche Raumfahrt-, Reise- und Design-Autorin in Saratoga Springs, New York. Ihre Artikel sind auf Space.com, sowie in Travel + Leisure, Condé Nast Traveler, Architectural Digest, House Beautiful und anderen Publikationen erschienen. Als Expertin für Luftfahrt und Expeditionskreuzfahrten ist Stefanie häufig in der Luft oder auf dem Meer unterwegs, höchstwahrscheinlich in der Arktis oder Antarktis.

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