Somon Air verbindet Deutschland direkt mit Zentralasien und fliegt von Duschanbe aus über 20 Ziele in China, Kasachstan, Russland, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Als nationale Fluggesellschaft Tadschikistans ist sie die einzige Airline des Landes, die der IATA beigetreten ist, und hat sich als zuverlässigere Alternative zur staatlichen Tajik Air etabliert.
Somon Airs Verbindungen
Während ich die Airline bereits für eine Reise nach Saudi-Arabien genutzt habe, finde ich vor allem die Verbindung München – Duschanbe spannend. Der Direktflug dauert knapp über sechs Stunden und eignet sich perfekt als Basis für Erkundungen der Stadt und der angrenzenden Bergregion. Wichtig: Checke regelmäßig die Website, denn die Flugtage können sich ändern, und Somon Air passt die Frequenz gelegentlich an.
Außerdem empfehle ich, vorab einen Abholdienst zu organisieren, am besten bei deinem jeweiligen Hotel in Duschanbe. Der Flieger startet nämlich am frühen Abend in München und landet in den frühen Morgenstunden des Folgetags in Tadschikistan. Seit ich beim ersten Mal festgestellt habe, dass der Flughafen mitten in der Nacht extrem spärlich mit englischsprachigem Personal besetzt ist, investiere ich lieber ein bisschen Zeit in eine gute Planung.
Preisklassen
Bei der Flotte von Somon Air sind die Boeing 737-800-Maschinen nur mit Economy-Kabinen ausgestattet (189 Sitzplätze). Die Boeing 737-900 hat zudem auch eine Business-Class. Du kannst bei der Buchung online sehen, welche Maschine auf welcher Strecke fliegt.
Zwischen München und Duschanbe werden inzwischen sowohl Economy als auch Business angeboten, nach Moskau wiederum sind die 737-800 und 737-900 im Einsatz. Solltest du die Wahl haben: Ich kann ein Upgrade nur empfehlen, die Preisdifferenz ist nicht enorm, der Komfort schon.
Economy
Die Economy-Sitze bieten eine 3×3-Anordnung mit blauen Lederbezügen, 43 Zentimetern Breite und 78 Zentimetern Beinfreiheit. Die Ausstattung ist grundsolide, und die dunkelroten Crew-Anzüge mit hellen Blumenstickereien sind eine Ode an tadschikische Traditionen und machen sofort Lust auf die Erkundung des Landes.
Da ich bereits mehrfach mit der Boeing 737-800 geflogen bin, reserviere ich bei Somon Air, wenn möglich meine Lieblingsplätze 1A, 1C, 2D oder 2F am Bulkhead. Hier kann ich die Beine weiter ausstrecken und bin bei der Landung ohne Schlangestehen aus dem Flieger.
Wenn du noch ein paar Zentimeter dazugewinnen willst: Die Exit-Sitze befinden sich in Reihe 16, C und D liegen am Gang. Dabei aber nicht vergessen, dass du Taschen nach oben packen musst. Unter dem Vordersitz fehlt der Stauraum.
Von den Reihen 14 und 32 wiederum bin ich kein Fan: Die Sitze lassen sich nicht zurücklehnen, was auf einem Sechsstundenflug schnell unbequem wird.
Business-Class
Buche die Business-Class früh, denn sie besteht nur aus vier Doppelreihen. Die 2×2-Sitze bieten 53 Zentimeter Breite, 110 Zentimeter Beinfreiheit, verstellbare Rückenlehnen und Fußstützen (sie lassen sich allerdings nicht komplett zum Schlafmodus zurücklehnen). Sollte die Business-Class ausgebucht sein, empfehle ich Reihe 5 am Bulkhead oder die Exit-Sitze in den Reihen 14 und 15.
Treueprogramme und Lounge
Somon Air bietet weder ein Vielfliegerprogramm an, noch hat die Airline eine eigene Kreditkarte. Die Bezahlung mit einer Karte wie der American Express Platinum oder einer ähnlichen Alternative, ist deshalb die beste Option, so kannst du für dein jeweiliges System Punkte sammeln.
Im Flughafen Duschanbe gibt es eine VIP-Lounge, die für eine Gebühr für alle Passagiere zugänglich ist. Auch wenn die Sitze in der Lounge gemütlicher sind: Ich spare lieber und gehe in eines der lokalen Cafés im Terminalbereich. Die Auswahl an Sandwiches und Getränken ist dort besser und um einiges günstiger.
Check-in
Bei Somon Air empfehle ich den Online-Check-in (24 Stunden bis eine Stunde vor Abflug). Du kannst vorab Hürden wie die Sitzplatzauswahl beseitigen, was hilfreich ist, da das freundliche Bodenpersonal bei komplexen Fragen an Sprachbarrieren stoßen kann.
Sollte ich den Online-Check-in verpasst haben oder einen Koffer aufgeben, versuche ich, mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug am Schalter zu sein (der Check-in schließt 40 Minuten vor Abflug; an den Flughäfen Istanbul, Dschidda und Dubai öffnet er sogar drei Stunden vorher und schließt 60 Minuten vor Abflug). Die Schlangen können lang sein. Für den Notfall halte ich zudem auf dem Handy eine Sprach-App mit vorformulierten Fragen bereit, die ich dem Personal zeigen kann.
Handgepäck darf bei einer Größe von 55 x 40 x 25 Zentimetern in der Economy-Class sieben und in der Business-Class zehn Kilogramm wiegen. In Economy sind zudem 20 Kilogramm und in Business 30 Kilogramm aufgegebenes Gepäck inbegriffen.
Alles vorab zu wiegen, ist sinnvoll. Beim Handgepäck war Somon Air bisher immer sehr kulant, als mein Koffer aber drei Kilogramm zu schwer war, drohte ein Aufpreis von rund 21 Euro (etwa 7 Euro pro Kilogramm auf der Strecke München – Duschanbe). Deshalb habe ich mir angewöhnt, eine leichte Falttasche im Handgepäck zu haben – so lässt sich schnell etwas umpacken.
Boarding
Das Boarding erfolgt bei Somon Air nach einem klassischen Zonen-System. Das heißt, Passagiere der Business-Class und Familien mit kleinen Kindern dürfen zuerst an Bord, gefolgt von Reisenden in der Economy-Class.
Die Durchsagen sind auf Russisch und Tadschikisch, oft folgt eine englische Version, die allerdings um einiges kürzer ausfällt. Aber mit ein bisschen Zeichensprache und Vorhalten des Tickets ist die Verständigung kein Problem – meistens wurde ich einfach durchgewunken, ohne dass jemand wirklich auf meine Zone geschaut hat.
Ich stehe generell nicht gerne in Schlangen, mache beim Boarding mit Somon Air aber eine Ausnahme, besonders wenn ich keinen der vorderen Sitzplätze ergattert habe. Da die Handgepäckfächer schnell voll sind, versuche ich, lieber früh in den Flieger zu kommen.
Zudem packe ich immer die wichtigsten Dinge wie Pass, Tablet, Kopfhörer oder ein Buch in eine Jutetasche um. Sollte das Handgepäck bei vollem Stauraum doch im Frachtraum landen, habe ich so alles kompakt und griffbereit für den Flug.
Annehmlichkeiten an Bord
An Bord von Somon Air gibt es eine solide Grundausstattung. Die Business-Class ist mit USB und Steckdosen versehen, in der Economy fehlt allerdings beides. Ich lade deshalb alle meine Geräte vor dem Flug auf und habe immer einen zusätzlichen Akku dabei.
Bring dein eigenes Tablet oder Handy mit vorgespeicherten Inhalten. Somon Air bietet in Zusammenarbeit mit Inflight Dublin ein Unterhaltungsprogramm mit Filmen, Serien und Musik an, das über Deckenmonitore und Bildschirme in den Sitzlehnen zur Verfügung gestellt wird. In Economy gibt es keine Seatback-Screens. In der Business-Class gibt es ausklappbare Screens in den Armlehnen, die bei mir aber nie funktionierten (ein Vielflieger bestätigte mir, dass sie nicht verbunden sind).
In Economy wird eine leichte Mahlzeit, ein Snack, sowie alkoholfreie Getränke serviert. In der Business-Class speist es sich auf hübsch verzierten Tischdecken nicht nur netter, das Essen ist auch aufwändiger zubereitet. Schön finde ich, dass oft lokale Gerichte mit Hühnchen, Gemüse und Kartoffeln gereicht werden.
Änderungen und Stornierungen
Vor allem wegen der Sprachbarrieren können Änderungen und Stornierungen bei Somon Air kompliziert sein. Um Stornierungskosten zu vermeiden, empfehle ich deshalb den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung. Umbuchungen sind möglich, erfordern aber oft eine Gebühr.
Bei Fragen hilft es, die Hotline von Somon Air direkt anzurufen und mit jemandem verbunden zu werden, der Englisch spricht. Im Voraus eine E-Mail-Anfrage zu stellen, ist sinnvoll, auch wenn du dich für eine Antwort auf eine längere Wartezeit einstellen musst. Ich speichere zudem immer Screenshots der Buchungsbestätigung und der Ticketbedingungen, die ich dann anhängen kann.
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