Vueling ist die zweitgrößte Fluggesellschaft Spaniens. Das wichtigste Drehkreuz der klassischen Billigflugairline ist der Flughafen Barcelona-El Prat.
Weitere große Drehkreuze von Vueling befinden sich in Rom-Fiumicino und Paris-Orly. Die Airline gehört zur International Airlines Group (IAG), zu der auch British Airways und Iberia zählen.
Über die Jahre habe ich Vueling immer wieder als eine der besseren Billigfluggesellschaften Europas erlebt – vor allem wegen ihres klaren Auftritts und des typisch spanischen Flairs. Trotzdem bleibt Vueling eine klassische Low-Cost-Airline: mit teils unübersichtlichen Tarifoptionen, zusätzlichen Gebühren und einem eher schlanken Serviceangebot. Da ich regelmäßig von und nach Barcelona unterwegs bin, fliege ich oft mit Vueling und kenne die Eigenheiten der Airline entsprechend gut. Hier erfährst du alles, was du über Vueling wissen solltest.
Flotte und Streckennetz
Das Streckennetz von Vueling reicht über Europa hinaus bis in den Nahen Osten und nach Nordafrika. Dank der Zugehörigkeit zur International Airlines Group (IAG) bestehen außerdem Codeshare-Abkommen mit British Airways und Iberia, was die Reichweite der Airline deutlich vergrößert. Jährlich befördert Vueling mehrere zehn Millionen Passagiere auf mehr als 300 Strecken zu über 150 Zielen. Geflogen wird mit einer Flotte von über 100 Airbus-Maschinen.
Diese Flotte besteht aus modernen Airbus A319, A320 und A321, die technisch auf einem soliden Stand sind. Für die überwiegend kurzen Strecken, die Vueling bedient, funktioniert das sehr gut. Auf längeren Flügen, etwa nach Tunesien oder Algerien, macht sich der eingeschränkte Komfort jedoch bemerkbar – vor allem, wenn du groß gewachsen bist.
Besonders charmant ist die Tradition von Vueling, die Flugzeuge von ihren Passagieren benennen zu lassen. Das klingt riskant, doch das Outcome ist einfach genial: Ich bin letztens etwa mit der „Vueldone“ geflogen – angelehnt an das englische "well done". Ganz oben auf meiner Wunschliste steht allerdings noch ein Flug mit der „Air Force Juan“.
Tarife und Klassen
Vueling ist eine Airline mit nur einer Flugklasse: Alle Passagiere fliegen Economy. Wenn du etwas mehr Komfort oder Beinfreiheit möchtest, kannst du bessere Sitzoptionen gegen Aufpreis wählen. Eine Zeit lang hatte Vueling sogar eine Art Business Class unter dem Namen „Excellence“ – bestehend aus den ersten beiden Reihen, bei denen die Mittelsitze blockiert waren. Mit nur vier Sitzen pro Flugzeug und wegen der viel zu hohen Preise wurde das Angebot jedoch schnell wieder eingestellt.
Aktuell bietet Vueling drei Tarifarten an: Fly Light, Fly und Fly Grande. Dazu kannst du zwischen vier verschiedene Sitztypen wählen. Mit diesem Modell wurde das frühere Vier-Stufen-System (Basic, Optima, Family und TimeFlex) ersetzt, um die Auswahl übersichtlicher zu machen – das hat nicht wirklich funktioniert. Ob Gepäck oder Priority Boarding im jeweiligen Tarif inbegriffen ist, ist oft verwirrend geregelt. Hier darf die Airline gern nachbessern.
Die Durchsetzung der Handgepäcksrichtlinien variiert stark nach Flughafen. Die Bodencrews in Spanien und Italien sind oft entspannt, während in Großbritannien und Frankreich strenger auf Größe und Gewicht des Handgepäcks geachtet wird.
Ich habe mehrfach erlebt, dass Passagiere für beides zur Kasse gebeten wurden. Am Gate können Gebühren von bis zu 75 Euro für ein zu großes Gepäckstück zum Verstauen unter dem Vordersitz und bis zu 140 Euro für nicht genehmigtes oder übergroßes Handgepäck im Gepäckfach anfallen. Halte dich besser möglichst genau an die vorgegebenen Maße!
Fly Light
Fly Light ist der günstigste und einfachste Tarif. Wenn du einfach nur mit leichtem Gepäck von A nach B kommen willst, triffst du damit eine gute Wahl. Enthalten sind dein Flugticket, ein Standardsitzplatz und ein kleines Handgepäckstück (40 × 30 × 20 cm) zum Verstauen unter dem Vordersitz.
Wie bei allen Billigfluggesellschaften kannst du auch bei Vueling viele Zusatzleistungen gegen Aufpreis hinzubuchen und deinen Flug entsprechend individualisieren.
Neben einzelnen Extras gibt es sogenannte Packs, in denen mehrere Leistungen gebündelt sind und so zusammen etwas weniger kosten als bei der separaten Buchung.
Optional kannst du Zusatzpakete dazubuchen: Das Luggage Pack beinhaltet ein Aufgabegepäckstück (max. 25 kg) sowie die Sitzplatzwahl. Das Fast Pack umfasst ein großes Handgepäckstück für das Gepäckfach (max. 10 kg / 55 × 40 × 20 cm), Sitzplatzwahl, Priority Boarding und Fast Track an der Sicherheitskontrolle.
Ich reise fast immer nur mit Handgepäck, sodass das Luggage Pack für mich eher uninteressant ist. Das Fast Pack ist dagegen den Aufpreis oft wert, vor allem in der Hochsaison oder auf beliebten Urlaubsstrecken. Wenn du keinen Sitzplatz auswählst, wird dir automatisch ein Platz zugewiesen. Der Online-Check-in öffnet dann 24 Stunden vor Abflug – oder bereits sieben Tage vorher, wenn du Mitglied im Vueling Club bist.
Fly
Im nächsthöheren Tarif Fly kannst du kostenlos einen Standardsitzplatz auswählen und bei der Buchung entweder ein großes Handgepäckstück für das Gepäckfach (max. 10 kg) oder ein Aufgabegepäckstück (max. 25 kg) angeben – meist gegen einen Aufpreis, den ich persönlich ziemlich hoch finde. Zu den Standardsitzplätzen zählen Plätze im vorderen und hinteren Kabinenbereich. Sitze mit mehr Beinfreiheit (Space Seats) kosten meist extra oder sind erst in höheren Paketen enthalten.
Fly Grande
Der Premium-Tarif von Vueling heißt Fly Grande und bündelt fast alle verfügbaren Extraservices. Enthalten sind ein kleines Handgepäckstück zum Verstauen unter dem Vordersitz, ein großes Handgepäckstück für das Gepäckfach (max. 10 kg) und ein Aufgabegepäckstück (max. 25 kg). Dazu kommen kostenlose Sitzplatzwahl (inklusive Space Seats nach Verfügbarkeit), Priority Boarding und Fast Track. Dazu erlaubt Fly Grande unbegrenzte Änderungen deines Reisedatums (zuzüglich der eventuellen Tarifdifferenz) und eine kostenlose Stornierung mit Rückerstattung als Flugguthaben bis 48 Stunden vor Abflug. Der Tarif ist entsprechend teuer und eignet sich vor allem für Geschäftsreisende oder Fluggäste, die viel Wert auf Flexibilität legen.
An Bord – Sitze, Beinfreiheit und Ausstattung
Vueling bietet vier verschiedene Sitztypen mit unterschiedlicher Beinfreiheit an: Front/Rear (Standard), Space, Space Plus und Space One. Die Standardsitze sind nicht besonders groß, weswegen du auf einem Flug mit Vueling möglichst nicht auf dem Mittelsitz fliegen solltest.
Die sogenannten Space Seats bieten etwa 20% mehr Platz, aber Vorsicht: Es handelt sich einfach um die Sitze am Notausgang, bei denen entsprechende Einschränkungen gelten. Kinder unter zwölf Jahren, Babys, Schwangere sowie Passagiere mit Haustier dürfen diese Plätze nicht nutzen.
Die Space Plus-Sitze in den Reihen 2 bis 4 bieten bis zu 10% mehr Beinfreiheit. Die Space One-Sitze in Reihe 1 kommen sogar auf rund 20% zusätzlichen Platz. Sowohl Space Plus als auch Space One befinden sich in den vorderen vier Reihen des Flugzeugs und beinhalten Priority Boarding sowie zwei Handgepäckstücke: ein kleines Gepäckstück zum Verstauen unter dem Vordersitz und ein größeres Handgepäckstück für das Gepäckfach.
Unterm Strich entsteht dadurch also ein weiteres Tarifpaket: Du kannst einen Fly Light-Grundtarif buchen und ihn für zusätzliches Gepäck und Priority Boarding mit Plus- oder One-Sitzen kombinieren. Das Ganze ist etwas umständlich gelöst und macht es schwer, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden. Wenn du allerdings unbedingt vorne sitzen möchtest, um nach der Landung schneller aussteigen zu können, ist das inbegriffene Handgepäck ein praktisches Add-on.
Ansonsten bietet Vueling genau das, was man von einer Billigfluglinie erwartet. Klassisches Bordentertainment oder Bildschirme gibt es nicht. Dafür rüstet die Airline auf immer mehr Maschinen mit (kostenpflichtigem) WLAN und Steckdosen auf. Die Verfügbarkeit hängt vom jeweiligen Flugzeug ab. Speisen und Getränke bekommst du gegen Aufpreis vom Servierwagen. Kulinarische Highlights brauchst du nicht zu erwarten, aber zumindest ist der spanische Einfluss deutlich zu erkennen. Mein Tipp: Sogar die eigens gebrandete Cacolat Go! (meine persönliche Lieblingsschokomilch) steht auf der Karte. So lecker!
Flughafenerlebnis und Lounges
Das Flughafenerlebnis mit Vueling ähnelt dem bei den meisten anderen Billigfluggesellschaften und hängt stark vom jeweiligen Flughafen ab. An den großen Drehkreuzen – allen voran Barcelona – gibt es einen eigenen Check-in-Bereich in Terminal 1 mit vielen Schaltern, viel Personal und modernerer Infrastruktur. Gleichzeitig ist hier allerdings auch mehr Betrieb. An anderen Flughäfen setzt Vueling stärker auf Self-Service-Check-in-Automaten und automatisierte Gepäckabgabeschalter. Die klassischen Schalter sind dort oft knapper besetzt. An kleineren Flughäfen gibt es meist nur ein oder zwei Schalter, dafür sind die Wartezeiten kürzer.
Dank ihres internationalen Streckennetzes und der großen Partnerairlines ist bei Vueling an ausgewählten Flughäfen weltweit VIP-Loungeservice buchbar. Dabei handelt es sich nicht um eigene Vueling-Lounges, sondern um kostenpflichtige Flughafenlounges, die entweder in bestimmten Tarifen enthalten sind oder sich während der Buchung hinzufügen lassen. Etwas überraschend: Trotz der Kooperation mit anderen IAG-Airlines erhalten Vueling-Passagiere keinen Zugang zu Lounges von Partnern wie British Airways. Schraube deine Erwartungen also etwas herunter – wirklich "VIP" ist der Loungeservice nicht.
Vueling Club
Der Vueling Club lohnt sich allein schon zum Sammeln und Einlösen von Avios-Punkten, die du auch anderen Airlines der International Airlines Group einsetzen kannst. Wenn du als Club-Mitglied häufig mit Vueling fliegst (mindestens 40 Flüge pro Jahr oder 20 Hin- und Rückflüge), wirst du automatisch in den Premium-Status hochgestuft. Damit genießt du Vorteile wie kostenloses großes Handgepäck (max. 10 kg fürs Gepäckfach), kostenloses kleines Handgepäck zum Verstauen unter dem Vordersitz sowie Fast Track an der Sicherheitskontrolle (wenn verfügbar).
Anschlussmöglichkeiten
Ungewöhnlich für eine Billigfluggesellschaft – und auch hier begünstigt durch die Konzernstruktur – bietet Vueling viele Anschlussflüge zu wichtigen europäischen Zielen an. Du kannst über Vueling direkt Umsteigeverbindungen buchen, etwa über Barcelona, Paris Orly oder Rom. Dabei kommen teilweise Partnerairlines zum Einsatz.
Das ist besonders praktisch, weil du deine gesamte Reise in einer einzigen Buchung abwickelst. Bei klassischen Anschlussflügen innerhalb einer Buchung – zum Beispiel über das Drehkreuz Barcelona – wird dein Gepäck direkt vom Abflugort bis zum finalen Ziel durchgecheckt. Verpasst du wegen einer Verspätung deinen Anschlussflug, greift der Schutz nach EU-Recht und den üblichen Airline-Regelungen, sofern beide Flüge von Vueling durchgeführt werden.
Zusätzlich hat die Airline mit Vueling Global einen Service gestartet, der in Zusammenarbeit mit Dohop günstige Langstreckenverbindungen über verschiedene kleinere Airlines weltweit ermöglicht. Dabei handelt es sich um sogenannte Self-Transfers. Das bedeutet: Du musst dein Aufgabegepäck am Umsteigeflughafen abholen und für den Anschlussflug erneut einchecken. Im Gegenzug ist eine sogenannte „ConnectSure“-Absicherung von Dohop enthalten. Diese garantiert die Verbindung und übernimmt bei verpassten Anschlüssen aufgrund von Verspätungen oder Annullierungen die Umbuchung sowie gegebenenfalls Hotel- und Essensgutscheine.
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